Me-Meeting – kreativ im inneren Dialog

Me-Meeting – kreativ im inneren Dialog

Laut tun es die wenigsten, in Gedanken tun wir es alle: wir sprechen mit uns selbst. In unserem Kopf sind wir im ständigen Dialog mit uns.


Ein Stück Kuchen reicht! Komm schon, gönn dir noch eins.

Mistwetter, heute jogge ich nicht. Gib dir einen Ruck, hinterher fühlst du dich besser und dann warm Duschen.

Ich nehme mir eine Auszeit, ein Jahr Australien. Nein Mann, das kannst du dir nicht leisten!

Ich bestelle bei Wilkes 5.000 Briefbogen. Ach komm, zusätzlich ne neue Website bringt noch mehr Erfolg.


...wir alle kennen das.

 

Dieses Phänomen spielt sich in der Regel unbewusst ab, doch wir können es bewusst einsetzen, um unsere Kreativität zu steigern und kluge Entscheidungen zu treffen.

Diese Stimmen spiegeln verschiedene Persönlichkeitsanteile, die sehr dominant oder schwach ausgeprägt sein können. Jede Stimme ist wichtig und sollte zu Wort kommen. Aber wenn der Kritiker uns ständig schlechte Laune macht, oder der Ängstliche uns immer wieder blockiert, können wir gegensteuern. Die Instanz, die sich von den anderen Stimmen absetzt und das Ruder in die Hand nimmt, nennt man das „bewusste Ich“. Dieses „Ich“ ist in der Lage, jede Stimme zu hören und dann frei zwischen den verschiedenen Möglichkeiten zu wählen. Ähnlich wie ein Moderator am runden Tisch.

Walt Disney hat sich diesen inneren Dialog zu Nutze gemacht und seine inneren Stimmen kreativ miteinander kommunizieren und arbeiten lassen. Er hat es auf den Träumer, den Realisten und den Kritiker heruntergebrochen. Jeder im Bunde hat eigene „Redezeit“, ohne vom anderen unterbrochen zu werden. Zuerst der Träumer: Er darf alle Gedanken und Ideen äußern, egal wie ausgefallen oder absurd sie sind. Danach ist der Realist dran: er prüft die Vorschläge auf ihre Machbarkeit, überschlägt die Kosten und den Aufwand unter Einbeziehung aller objektiven Gegebenheiten. Zum Schluss spricht der Kritiker. Alle Wenns und Abers kommen auf den Tisch und werden geäußert. Walt Disney ging sogar so weit, dass er sich für jede Person auf einen eigenen Stuhl setzte, um den Effekt noch zu verstärken.

Sind alle Gedanken gesammelt, ist das „bewusste Ich“ in der Lage, eine für sich bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Dass dieses Konzept funktioniert, können wir an den weltweiten Erfolgen seiner Ideen sehen. Diese nach ihm benannte Walt-Disney-Methode können wir mit realen Personen, die die genannten Eigenschaften in ausgeprägter Weise besitzen, umsetzen oder ganz alleine mit unseren inneren Stimmen, so wie der Meister der Idee selbst es machte.

Natürlich besteht unsere Persönlichkeit nicht nur aus drei isolierten Anteilen. Wir Menschen haben ein reiches und buntes Buffet an Persönlichkeitsfacetten, das durch unsere Prägungen und Entscheidungen hergerichtet wurde.

Bedienen Sie sich... und viel Erfolg bei Ihrem „Me-Meeting“ (Deutsch: Mich-Treffen)

 

28 03, 17